Stabile Seitenlage, Verband anlegen oder bei Vergiftungen helfen – beim Schulsanitätsdienst (SSD) des Roten Kreuzes lernen Kinder und Jugendliche schon früh das Einmaleins der Ersten Hilfe. An der Bruno H. Bürgel-Schule in Rathenow hat sich vor drei Jahren ein neuer SSD gegründet. Beim diesjährigen Jugendrotkreuz-Landeswettbewerb zeigte er bereits erfolgreich sein Können.
Eigentlich ist es nur eine Arbeitsgemeinschaft (AG). Wenn man aber genauer hinschaut, ist der Schulsanitätsdienst noch sehr viel mehr. Um Kathrin Hoeft, Leiterin des SSD an der Rathenower Schule, hat sich ein eingespieltes und engagiertes junges Sanitätsteam entwickelt. Bei Schul- und Sportfesten ist das Team des SSD vor Ort und leistet in Notsituationen schnelle Hilfe.
Erster Platz beim JRK-Landeswettbewerb 2025
Doch nicht nur im Schulalltag beweist das Team sein Können: Auf dem 34. Landeswettbewerb des Jugendrotkreuzes des DRK-Landesverbands Brandenburg e.V. in Neuruppin errang der Schulsanitätsdienst in der Altersklasse II (bis 16 Jahre) den Siegertitel. Lenie Fiedler (13) ist noch immer begeistert: „Zum ersten Mal dabei und gleich ein erster Platz!“ Gemeinsam mit ihrem Team hat sie bei der Siegerehrung gespannt auf die Ergebnisse gewartet und konnte nicht fassen, dass sie bei den von neun an abwärts genannten Platzierungen einfach nicht dabei waren. „Aber dann haben wir schon beim 2. Platz vor Freude geschrien.“
Erste Hilfe lernen von Anfang an
„Die Schüler lernen in der AG Grundmaßnahmen der Ersten Hilfe, Abläufe, Wundversorgung, Herz-Kreislauf-Wiederbelebung und vieles mehr. Sie werden als Schulsanitäter ausgebildet und können ihren Mitschülern in Notfällen Hilfe leisten, bis gegebenenfalls der Rettungswagen eintrifft.
Außerdem prüfen sie regelmäßig die Verbandskästen und packen die Sani-Taschen der Schule für Klassenfahrten und Exkursionen“, sagt Kathrin Hoeft. „Nicht zuletzt bekommen sie Selbstwertgefühl.“ Sie ist diejenige, die die AG im Auftrag des DRK leitet und Kontakt zu Einrichtungen des DRK herstellen kann.
Mittlerweile zählt die AG 17 Mitglieder. Wer neu dazukommen möchte, muss Lust und ernsthafte Bereitschaft zum Engagement haben. „Die, die zu uns kommen, müssen wollen, was wir machen“, sagt die 15-jährige Sophia Nitsche. „Wir fragen sie nach ihren Wünschen und Erwartungen an die AG und haben so etwas wie eine Probezeit eingeführt, nach der wir die Eignung unserer Kandidaten beraten.“
Sie selbst weiß genau, warum sie von Anfang an dabei ist.
„Schulsanitätsdienst heißt für mich zu helfen“, sagt sie, „aber nicht nur in der Schule“. Vielleicht gerate sie mal in die Lage, anderen Menschen bei Unfällen oder akuten Gesundheitsproblemen helfen zu müssen. „Dann weiß ich Bescheid, und wenn ich es selbst doch nicht kann, setze ich zumindest einen korrekten Notruf ab.“ Das Einzige, was man wirklich falsch machen könne, sei nichts zu tun.
Gemeinsam helfen und Wissen weitergeben
„Wir sichern demnächst wieder das Fußball-Landesfinale der besten Brandenburger Schülermannschaften ab. Und helfen auch, wenn sich jemand auf dem Schulhof verletzt“, ergänzt Jeremy Jüch (14), dem die Arbeit Freude bereitet und der später Lehrer und vielleicht selbst Sanitätsausbilder werden will. „Wir sind auch schon in Grundschulen gegangen und haben dort einen DRK-Projekttag organisiert und durchgeführt. Der hatte immerhin sechs verschiedene Stationen.“ Sollte es Anfragen anderer Schulen in dieser Richtung geben – das SSD-Team der Bürgel-Schule steht bereit.
Sollten eigentlich Themen wie Erste Hilfe und Wiederbelebung im Schulunterricht fest „verankert“ werden? Sophia, Lenie und Jeremy sind sofort dafür. Es gebe immer wieder unvorhersehbare Situationen, in denen man gefordert sein kann. „Dann müssen so viele wie möglich wissen, was zu tun ist. Die Schule ist doch ein guter Ort, das zu lernen und systematisch zu wiederholen.“ Und auch Kathrin Hoeft hat auf diese Frage nur eine Antwort. „Unbedingt!“
Text: Brandenburg Media/ Heike Schulze
Bild (Brandenburg Media/Heike Schulze): Mitglieder des DRK-Schulsanitätsdienstes Rathenow üben für den Ernstfall.
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