Straßenfußball ist ein Sport, zu dem fast alle Menschen Zugang haben. Im Mittelpunkt stehen Spielfreude und Fairplay. Dank des Projekts „Straßenfußball für Toleranz“ der Brandenburgischen Sportjugend gehören Straßenfußballturniere seit zehn Jahren zu den zentralen Freizeitangeboten für die Bewohnenden der Erstaufnahmeeinrichtungen in Brandenburg: Bei lokalen Turnieren können sich Teams der Erstaufnahmen jeden Sommer für das große Finalfest der Brandenburgischen Straßenfußball-Meisterschaften qualifizieren.
Beim diesjährigen Finalfest am 19. September auf dem Gelände des Tropical Islands im Landkreis Dahme-Spreewald traten insgesamt neun Teams aus den Erstaufnahmeeinrichtungen an – jeweils zwei aus Eisenhüttenstadt und Frankfurt (Oder) sowie fünf aus Wünsdorf. Ein Frauenteam und ein Männerteam aus der Erstaufnahme Wünsdorf waren besonders erfolgreich: Sie belegten beim großen Finale jeweils den dritten Platz.
Straßenfußball steht für Toleranz und Fairplay
Doch Erfolg und viele Tore sind bei den Brandenburgischen Straßenfußball-Meisterschaften nicht das Wichtigste. Die Teams aus den Erstaufnahmeeinrichtungen erleben bei den Turnieren intensiv, was Sport darüber hinaus leisten kann: Die Straßenfußball-Meisterschaften mit ihrem klaren Fokus auf Vielfalt, Toleranz und Fairplay ermöglichen Begegnung und Selbstwirksamkeit. Besonders deutlich wird das jedes Jahr beim großen Finalfest.
Gefühl von Gemeinschaft und Zugehörigkeit
Bettina Nathusius, Ehrenamtskoordinatorin beim DRK Kompetenzzentrum Flucht und Migration Brandenburg, begleitet die Teams aus der Erstaufnahmeeinrichtung Wünsdorf seit vielen Jahren zum Finale der Brandenburgischen Straßenfußballliga. Sie beschreibt die Besonderheit der Veranstaltung: „Bei dieser Meisterschaft kommt ganz Brandenburg zusammen. Für die Bewohnenden der Erstaufnahmeeinrichtungen ist das eine tolle Gelegenheit, einmal Teil von solch einem großen Turnier zu sein. Die besondere Atmosphäre vermittelt den Bewohnenden der Erstaufnahmeeinrichtung das wichtige Gefühl von Gemeinschaft und Zugehörigkeit. Uns Mitarbeitenden des DRK bereitet es außerdem eine große Freude, hier immer wieder ehemalige Bewohnende der Erstaufnahme zu treffen, die mittlerweile beruflich oder ehrenamtlich im Bereich Migration und Integration tätig sind.“
Fußball ist die gemeinsame Sprache
Thomas Wiedenbeck, Auftragsleiter Soziale Dienste beim DRK Kompetenzzentrum Flucht und Migration Brandenburg, bekräftigt: „Die Stimmung und das Miteinander bei dieser Veranstaltung begeistern mich jedes Jahr aufs Neue. Straßenfußball steht für Toleranz und Internationalität. Das spürt man hier ganz deutlich. Ich höre hier und heute viele verschiedene Sprachen. Dennoch brauchen wir keinen Dolmetscher, weil wir eine Sprache sprechen, die alle verstehen; diese Sprache heißt Fußball. Lasst uns heute diese Sprache sprechen, mit Leidenschaft, Fairness und Respekt!“
Das Team des DRK Kompetenzzentrums Flucht und Migration Brandenburg präsentierte sich beim Finalfest gemeinsam mit weiteren Vertretungen des DRK in Brandenburg: Ehrenamtliche des DRK-Kreisverbands Fläming-Spreewald e.V. sicherten die Veranstaltung sanitätsdienstlich ab; ein Erste-Hilfe-Ausbilder des DRK-Kreisverbands Märkisch-Oder-Havel-Spree e.V. betreute zusammen mit DRK-Mitarbeitenden aus den Erstaufnahmeeinrichtungen die DRK-Station für die Laufkarten-Challenge der Veranstaltung: Die Teilnehmenden konnten sich unter Anleitung des Ausbilders dort spielerisch in Wiederbelebung üben.
- Mehr zum DRK Kompenzzentrum Flucht und Migration Brandenburg erfahren Sie hier: www.drk-kfm.de
0 Kommentare zu “Teams aus den Erstaufnahmen bei der Brandenburgischen Straßenfußballmeisterschaft”