In der Krise informiert bleiben, einen ausreichenden Vorrat für Extremsituationen vorhalten und das Notfallgepäck griffbereit bereit haben: Damit ist schon viel für die individuelle Krisenvorsorge getan. Das DRK Brandenburg unterstützt die Empfehlungen des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) zur Krisenvorsorge.
Extremsituationen wie Stromausfälle, Hochwasser oder Versorgungsengpässe können jederzeit eintreten – auch in einem im globalen Vergleich sehr sicheren Land wie Deutschland. Wer gut vorbereitet ist, bleibt in der Krise handlungsfähig und kann sich und andere versorgen, bis es Entwarnung gibt oder Hilfe eintrifft. Der DRK-Landesverband Brandenburg e.V. unterstützt die Empfehlungen des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) zur Krisenvorsorge und gibt hier einen Auszug zu den wichtigsten Tipps. Den kompletten Leitfaden „Vorsorgen für Krisen und Katastrophen“ sowie hilfreiche Checklisten gibt es kostenfrei zum Herunterladen unter: www.bbk.bund.de/ratgeber
Vorrat an Essen und Trinken
Ein Notvorrat zu Hause kann in vielen Situationen hilfreich sein – etwa bei einem Stromausfall, extremen Wetterlagen, einer plötzlichen Erkrankung oder wenn die Supermarktregale leer bleiben. Das BBK empfiehlt einen Vorrat an Trinkwasser und Essen, mit dem man sich mindestens zehn Tage lang selbst versorgen kann. Aber auch ein Vorrat für zumindest drei Tage hilft schon – darauf lässt sich schrittweise aufbauen.
Wasser: Ein Wasservorrat ist wichtig, wenn kein Wasser mehr aus der Leitung kommt oder das Leitungswasser verschmutzt ist. Ideal sind zwei Liter Wasser täglich pro Person (18 Liter pro Person für drei Tage; 60 Liter pro Person für zehn Tage). Auch an Haustiere denken!
Essen: Bei der Bevorratung von Essen, sind folgende Punkte zu beachten:
- Haltbarkeit: Essen, das nicht gekühlt werden muss, verdirbt während eines Stromausfalls nicht.
- Fertigprodukte: Essen, das nicht gekocht werden muss, ist essbar, auch wenn der Herd nicht mehr funktioniert.
- Kurze Kochzeit: Bei Essen, das mit wenig Energie gekocht werden kann, hält die wertvolle Energie aus dem Camping-Kocher oder Grill länger.
- Zu Versorgende: Allergien oder Essgewohnheiten sollten bei dem Vorrat mitbedacht werden, ebenso Kinder, die in einem Notfall versorgt werden müssen. Auch Haustiere mitdenken!
Warnungen erhalten und informiert bleiben
Die zuständigen Behörden warnen auf verschiedenen Kanälen vor Gefahren und geben Handlungsempfehlungen. Die meisten Informationen sind über Warn-Apps auf dem Handy (z.B. die App NINA) und Radio zu erhalten. In besonderen Gefahrenlagen wird zusätzlich über Sirenen und Handys gewarnt.
Was zu tun ist bei einer Warnung:
- Amtliche Warnungen an Nachbarschaft, Familie und Freundeskreis weitergeben.
- Erreichbar bleiben, z. B. auch nachts das Handy empfangsbereit halten.
- Amtliche Warnungen ernst nehmen: Sie enthalten wichtige Informationen, um sich selbst und andere zu schützen.
Infos und Hilfe im Notfall:
- Powerbank als Notakku: Bei einem Stromausfall ist eine geladene Powerbank hilfreich, um Handy oder Computer aufzuladen.
- Kontakte: Eine ausgedruckte oder handschriftliche Liste hilft, wenn der Zugriff auf digitale Kontakte nicht möglich ist.
- Radio als Informationsquelle: Radiosender funktionieren bei Ausfall von Mobilfunknetz oder Internet, Kurbel- oder Autoradios und batteriebetriebene Radios auch bei Stromausfall.
- Anlaufstellen wie Rathaus oder Notfalltreffpunkte kennen, um im akuten Notfall zu wissen, wo man Informationen erhält.
- Wenn Notrufnummern 110 und 112 nicht mehr funktionieren: bei einem Notfall Polizeiwache oder Krankenhaus aufsuchen.
Notgepäck immer griffbereit haben
Wenn man plötzlich das eigene Zuhause verlassen und vorübergehend woanders unterkommen muss, ist es wichtig, dass das zuvor sorgfältig gepackte Notgepäck griffbereit ist. Denn in einer Notsituation, etwa einer Evakuierung wegen eines Waldbrands, bleibt nicht viel Zeit, um sich darüber Gedanken zu machen, was man mitnimmt und was zurückgelassen werden kann.
Neben dem gepackten Rucksack aus möglichst robustem Material sollten Schlüssel, Geldbörse und Mobiltelefon griffbereit sein. Das sollte ein Notgepäck unbedingt enthalten: warme Kleidung, Regenschutz, feste Schuhe; Wechselkleidung; Mappe mit wichtigen Dokumenten; Erste-Hilfe-Material; persönliche Medikamente; Hygieneartikel; haltbare Lebensmittel und wiederbefüllbare Trinkflasche; Bargeld; geladene Powerbank; Taschenlampe.
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