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Wenn Eltern ihr Kind verlieren – eine Gesprächsgruppe in Oranienburg bietet Hilfe

Eine Frau mittleren Alters mit rotem Oberteil und blonden Haaren sitzt im rechten Bildrand. In der Hand hält sie ein Buch. Hinter ihr ist ein Flipchart aufgebaut. Links daneben ist ein Bücherregal.

In der Schwangerenberatungsstelle des DRK-Kreisverbandes Märkisch-Oder-Havel-Spree e.V. in Oranienburg leitet Diplom-Psychologin Kim Diller seit bald zwei Jahren eine Gesprächsgruppe für Eltern von Sternenkindern. Die Nachfrage ist groß. Termine für ein Vorgespräch gibt es auch kurzfristig.

Meist sind es einzelne junge Frauen, die Kim Diller in der Sitzgruppe mit den blau gepolsterten Sesseln in ihrem großzügig bemessenen Büro empfängt. Die erfahrene Diplom-Psychologin, die bereits seit 1992 für das Deutsche Rote Kreuz tätig ist, leitet in den Räumlichkeiten des DRK-Kreisverbandes Märkisch-Oder-Havel-Spree e.V. im Bürgerzentrum in der Albert-Buchmann-Straße in Oranienburg die Schwangerenberatungsstelle, die sie in deren Anfangszeit mit aufgebaut hat. Seit bald zwei Jahren empfängt Kim Diller aber auch regelmäßig eine ganze Gruppe zum Gespräch. Ende 2021 gründete sie zusätzlich zur Einzel- und Paarberatung für Sternenkinder-Eltern eine Gesprächsgruppe für Betroffene.

Das Angebot ist kostenlos

Die Nachfrage ist groß. „Aktuell sind es etwa zehn Frauen und Männer, die jeden zweiten Montag im Monat für zwei Stunden mit mir zusammensitzen“, erzählt Kim Diller. Wie auch die Schwangerenberatung ist das Angebot kostenlos. Der DRK-Kreisverband leistete dafür eine Anschubfinanzierung.

Die Teilnehmerinnen an der Sternenkinder-Eltern-Gruppe eint eine Erfahrung, die sie teilen: Sie haben ein kleines Kind verloren. In den meisten Fällen ereilte sie dieses Schicksal während der Schwangerschaft. „Wir haben aber auch (schon) ein Paar in der Gruppe, das ihr Kind im vierten Lebensmonat verloren hat“, so Kim Diller.

Bislang haben an der Runde ausschließlich einzelne Frauen und Paare teilgenommen. „Die Mutter leidet unter dem Verlust des Kindes meist mehr, weil sie die Geburt selbst erlebt. Aber auch ein einzelner Mann wäre selbstverständlich bei uns willkommen.“ Am Anfang steht für alle Teilnehmenden ein Vorgespräch unter vier Augen. „Weil wir ohnehin kurzfristige Termine frei halten müssen für die Schwangerenkonfliktberatung, geht das bei Bedarf grundsätzlich auch kurzfristig, binnen einer Woche“, erläutert die Leiterin der Beratungsstelle des DRK-Kreisverbandes Märkisch-Oder-Havel-Spree e.V. in Oranienburg.

Die Gruppe gibt es zusätzlich zur Einzelberatung

Das Sternenkinder-Thema entdeckte Kim Diller, weil es immer mal wieder in ihren Beratungsgesprächen aufkam. Sie absolvierte Weiterbildungen und rief schließlich zusätzlich zur Einzelberatung die Gruppe für verwaiste Eltern ins Leben. Über welchen Zeitraum die Teilnehmenden die Gruppe besuchen, kann ganz unterschiedlich sein. „Etwa ein Jahr ist die Regel“, so Kim Diller. „Manche machen auch eine kleine Pause, um dann zurückzukommen. Eine Frau ist inzwischen wieder schwanger, besucht aber weiter die Gruppe.“ Manche der Teilnehmenden stehen auch außerhalb der Treffen in der Beratungsstelle miteinander in Kontakt, um sich auszutauschen, weiß Kim Diller.

Gesprochen wird in der Gruppe über alles, was die Teilnehmenden bewegt. Thematisch sind bei den Treffen in der Sitzgruppe mit den blauen Sesseln keine Grenzen gesetzt. „Und auch, wenn man es vielleicht zunächst nicht glauben mag: Bei uns wird auch viel gelacht“, erzählt Kim Diller.

Kontakt zur Beratungsstelle in Oranienburg: Telefon 03301 201945 (Terminvergabe Mo/Di 8-12 Uhr, Do 8-10 und 14-16 Uhr), E-Mail kim.diller@drk-mohs.de

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