Mike Gambal Hochwassereinsatz DRK MOHS

Sein Engagement im Hochwassergebiet in Rheinland-Pfalz beginnt Mike Gambal als ehrenamtlicher Helfer des DRK-Kreisverbandes Märkisch-Oder-Havel-Spree. Mittlerweile ist er dort als Mitarbeiter des Landesverbands eingebunden und erzählt, wie er die Situation erlebt.

Hallo Herr Gambal, wie erleben Sie die aktuelle Situation im Hochwassergebiet?

In einigen Gebieten sieht man ein gutes Vorankommen. In einigen anderen Gebieten ist es meiner Meinung nach schwieriger, da vielerorts einfach noch mehr Hilfe nötig ist. Momentan arbeiten wir an vielen Stellen daran, Hilfe durch Fachkräfte zu organisieren. Es geht darum, in vielen Häusern und Regionen wieder eine Normalität zu schaffen. Daher müssen wir die Instandsetzung vorantreiben und Häuser wieder bewohnbar machen. Dabei zählt nach wie vor jede helfende Hand. Auch die ortansässigen Bürgerinnen und Bürger betonen das immer wieder.

Was sind ihre Aufgaben im Hochwassergebiet?

Ich bin stellvertretender Einsatzleiter der Verpflegung beim Deutschen Roten Kreuz. Das bedeutet, dass ich das Personal an die durch das DRK betriebene Ausgabestellen einteile. Ich gewährleiste die Ausgabe von einer täglichen warmen Mahlzeit an die Betroffenen sowie Helferinnen und Helfer.

Wie gehen die Menschen aus der Region mit der Situation um?

Die Menschen aus der Region haben einen Zusammenhalt geschaffen, wie ich ihn so noch nie erlebt habe. Es überrascht mich immer sehr, wie hochmotiviert sie sind, um diese Katastrophe gemeinsam zu stemmen und zu verarbeiten. Ich habe Menschen kennengelernt, die alles verloren haben und dennoch den Kopf nicht in den Sand stecken, eine Wohnung außerhalb des Gebietes gesucht und gefunden haben und sich dort ein neues Leben aufbauen.
Gleichzeitig sorge ich mich um die freiwilligen Helferinnen und Helfer, die vor Ort bereits seit Monaten unterstützen, wo sie können. Sie leisten hervorragende Arbeit, aber einige von ihnen gefährden durch das Engagement für andere ihre eigene Existenz. Denn für das, was sie vor Ort im Hochwassergebiet tun, gibt es lediglich eine kleine Aufwandsentschädigung. Manche engagieren sich auch komplett unentgeltlich. Und gehen dadurch ihrem eigentlichen Job nicht mehr nach.

Wie sind Sie zu dieser Arbeit gekommen und was motiviert Sie?

An den Job bin ich durch eine Stellenausschreibung des DRK-Landesverbands Rheinland-Pfalz und letztlich auch durch eine persönliche Vorabsprache während meines vergangenen Einsatzes im Hochwassergebiet gekommen. Schon während meines ersten Einsatzes konnte ich zu vielen Betroffenen den Kontakt aufbauen, die mir von ihren Erfahrungen erzählten. Man spürt als Helfer vor Ort immer wieder den Dank der Menschen. Und sei es nur ein Lächeln von einer über 90-jährigen Dame, der man die tägliche Mahlzeit übergibt. Dadurch musste ich nicht lange darüber nachdenken und war es für mich selbstverständlich, bei weiteren Einsätzen im Hochwassergebiet dabei zu sein.

Welche Herausforderungen gibt es?

Herausforderungen gibt es für uns kaum. Es macht glücklich, den Menschen in diesen schweren Zeiten zur Seite zu stehen. Sei es für ein kurzes Gespräch, die Vergabe warmer Mahlzeiten oder das Betanken von Generatoren, die für Licht und Strom sorgen. Spaß an der Sache ist immer da.
Den Helferinnen und Helfern vom Roten Kreuz geht es in erster Linie darum, für die Menschen da zu sein. Es ist wichtig, sich auf Gespräche mit den Betroffenen vor Ort einzulassen und zu erfahren, wie sie die Situation erleben und verkraften. Genau diese Gespräche sind oft für die Betroffenen die „beste Medizin“, um weiter Kraft zu tanken. Nicht alle diese Erlebnisse sind einfach mit anzuhören. Ich bin froh, sie nicht selbst erlebt zu haben. Dennoch werde ich auch weiterhin den Betroffenen immer ein offenes Ohr anbieten und niemals einen Menschen stehen lassen, der das Gespräch mit mir sucht.

  • Die Arbeit in den Hochwassergebieten in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz dauert an. Rotkreuzlerinnen und Rotkreuzler wie Mike Gambal sind weiterhin vor Ort und helfen, für die Menschen ein neues Lebensumfeld zu schaffen. Auch Betroffene, die zum Teil alles in den Fluten verloren haben, benötigen weiterhin Unterstützung und sind für jede Spende dankbar.

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