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Empowerment für Geflüchtete durch Kunst, Kultur und Garten – die Arbeit von Sozialbetreuerin Alba Pla

Blumenbeete, Kräuter, Salat im Hochbeet, zwischen Sträuchern und begrünten Rankbögen lauschige Sitzecken, ein Schild lädt ein in den „Garten der Begegnung“: Willkommen in Alba Plas Reich! Die 30-jährige Spanierin ist vor zehn Jahren nach Deutschland gezogen, seit fünf Jahren lebt sie mit ihren zwei Kindern auf einem Hof in Brandenburg. Seit November 2021 arbeitet sie bei der DRK-Flüchtlingshilfe Brandenburg in der Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete in Doberlug-Kirchhain. Als Sozialbetreuerin bietet sie erwachsenen Bewohnenden der Einrichtung Aktivitäten, Ausflüge und Veranstaltungen an, die mit Kunst und Kultur zu tun haben, und eben: mit Garten und Gärtnern.

Die Bewohnenden kaufen gemeinsam mit Alba Pla Zubehör für den „Garten der Begegnung“ der Erstaufnahmeeinrichtung ein, bepflanzen ihn, dekorieren ihn und verarbeiten die eigene Ernte. Oder sie besuchen die „Gärten der Welt“ in Berlin oder gehen dort ins Theater. Ein anderer Ausflug führte sie nach Leipzig zu einer Aufführung der „Klänge der Hoffnung“, ein Orchesterprojekt für Menschen aus aller Welt, darunter viele Geflüchtete. „So kommen die Bewohnenden mal raus, können etwas erleben“, sagt Alba Pla.

Im Garten der Begegnung arbeitet Sozialbetreuerin Alba Pla in der Erstaufnahmeeinrichtung in Doberlug-Kirchhain mit Geflüchteten.

Im Mittelpunkt steht die Begegnung mit Menschen

Die Begegnung mit Menschen steht im Mittelpunkt ihrer Arbeit. Als besonders bereichernd empfindet sie, dass sie diese für eine gewisse Zeit aus angstbestimmten Situationen herausholen kann. Viele der Geflüchteten bringen Traumata mit sich oder sind in Sorge um ihren Asylantrag, um ihren Geflüchtetenstatus. „Es macht viel aus, wenn wir dann zwei Stunden im Garten arbeiten, Radio hören, tanzen oder eben einen Ausflug machen.“

Empowerment durch gegenseitige Kulturvermittlung

Es geht Alba Pla aber um mehr als das Rauskommen. Sie möchte Geflüchtete nicht nur an Kultur außerhalb der Einrichtung heranführen. Die Menschen sollen sich auch gegenseitig ihre Kultur vermitteln, und das geht eben besonders gut durch Musik und Tanz. Deswegen organisiert Alba Pla in der Erstaufnahmeeinrichtung auch Tanzveranstaltungen und Konzerte Der Musikraum in der Einrichtung ist gut ausgestattet und die Bewohnenden können einander Musik und Tänze aus ihren Herkunftsländern präsentieren und ihren Ausdruck damit finden – wichtig für das Empowerment der Geflüchteten, findet Alba Pla.

Kunst und Kultur und Interkulturalität sind ihr Metier – die Gartenkenntnisse bringt sie von ihrem Leben auf dem Bauernhof mit: Die Spanierin ist ausgebildete Schauspielerin und Theaterpädagogin, außerdem hat sie Sozial- und Kulturanthropologie studiert, mit Schwerpunkt auf Migrations- und Genderforschung. Die Arbeit bei der DRK-Flüchtlingshilfe passe deshalb sehr gut zu ihr, sagt sie: „Transnationale Identitäten finde ich sehr spannend, und ich habe selbst Erfahrung als Migrantin.“

Eigene Erfahrung als Migrantin hilft

Auch diese Erfahrung hilft ihr als Mittlerin zwischen den Kulturen – als eine, die selbst fremd im Land ist, aber dennoch näher am Deutschen und den Deutschen als die meisten Geflüchteten in der Erstaufnahmeeinrichtung. Sie sei zwar Europäerin – im Gegensatz zu den Bewohnenden in der Einrichtung –, aber eben auch keine Deutsche. „Ich kann den Menschen aus meiner eigenen Erfahrung heraus ein wenig helfen, die kulturellen Eigenarten hier zu verstehen“, sagt sie.

Willkommen im „Garten der Begegnung“: Sozialbetreuerin Alba Pla in ihrem Reich.

Mit ihrer Arbeit möchte Alba Pla die Menschen in der Erstaufnahmeeinrichtung auch stärken, damit sie im fremden Land im besten Fall nur einen „sanften Kulturschock“ erleiden – und mit möglichen Begegnungen mit Rassismus besser umgehen können.

„Je mehr Menschen man kennenlernt, umso kleiner werden die Vorurteile und umso mehr wächst das Vertrauen in die Menschheit.“

Alba Pla, Sozialbetreuerin für Kunst, Kultur und Garten in der Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete Doberlug-Kirchhain

Ihre interkulturelle Kompetenz, die sie vor allem aus ihrem Studium mitbringt, bietet zwar eine wichtige Grundlage für ihre Arbeit als Sozialbetreuerin für Kunst, Kultur und Garten in der Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete. Genauso wichtig sei es aber zu sehen, wie individuell jeder Mensch sei: „Je mehr Menschen man kennenlernt, umso kleiner werden die Vorurteile und umso mehr wächst das Vertrauen in die Menschheit.“

  • Mehr zur Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete in Doberlug-Kirchhain gibt es hier.
  • Mehr zur DRK-Flüchtlingshilfe Brandenburg gibt es hier.
  • Lust auf ehrenamtliches Engagement bei der DRK-Flüchtlingshilfe Brandenburg? Mehr Informationen gibt es hier.
  • Einen Erfahrungsbericht zum Praktikum in der Kita der Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete Doberlug-Kirchhain gibt es hier.

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