Flucht und Migration Freiwilligendienste Was wir tun

Zu Besuch in der Erstaufnahmeeinrichtung

„Langweilig wird es bei uns nie. Wir haben immer Projekte, an denen man mitwirken kann. Aber natürlich ist eine Erstaufnahmeeinrichtung auch eine besondere Einsatzstelle und in vielerlei Hinsicht herausfordernd“, sagt Claudia Schmidt, Teamleiterin der Sozialbetreuung in der Erstaufnahmeeinrichtung für Geflüchtete am Standort Doberlug-Kirchhain.

Seit Dezember 2015 betreut das DRK im Auftrag des Landes Brandenburg die Bewohnerinnen und Bewohner der Erstaufnahmeeinrichtung auf dem Gelände der ehemaligen Lausitz-Kaserne. Neben der Unterbringung, der medizinischen Versorgung und der migrationsspezifischen Sozialberatung kümmern sich die DRK-Mitarbeiter dort auch um die alltägliche Betreuung der Menschen.

Team Sozialbetreuung

Doch was erwartet jemanden, der einen Freiwilligendienst in einer Unterkunft für Geflüchtete absolviert?„Wir setzen unsere Freiwilligen vor allem in der Sozialbetreuung ein“, erklärt Claudia Schmidt. „Da können sie uns zum Beispiel im Kreativ- und Musikbereich, in der Holzwerkstatt oder bei den Sportangeboten unterstützen. Wir freuen uns aber auch sehr, wenn jemand eigene Ideen für Aktivitäten mitbringt.“

Auch Morteza Nemati macht sein Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) im Team Sozialbetreuung. Seit November 2019 ist der 18-Jährige im Einsatz und bringt sich vor allem im Kinder- und Jugendbereich ein. „Vormittags
bin ich in der Kita und spiele mit den jüngeren Kindern und ab mittags bin ich dann im Jugendclub“, fasst er seinen typischen Tagesablauf zusammen. Im Jugendclub hat Nemati auch schon ein eigenes Projekt umgesetzt:

„Ich habe letztens ein Billardturnier mit acht Teilnehmern organisiert. Das war cool.“

Vor seinem FSJ war er als Schülerpraktikant in der Erstaufnahme aktiv: „Ich war in der zehnten Klasse schon mal für ein zweiwöchiges Praktikum hier und bin in den Ferien noch als Ehrenamtlicher geblieben.“

Die Entscheidung, seinen Freiwilligendienst in einer Flüchtlingsunterkunft zu machen, hat für ihn auch eine persönliche Motivation:

„Ich habe die Situation selbst erlebt, als meine Familie und ich nach Deutschland gekommen sind. Und dass ich jetzt jemandem helfen kann, das ist etwas Besonderes für mich.“

Neue Perspektiven kennenlernen

Ehrenamtskoordinator Veit Klaue sieht im Einsatz in der Erstaufnahmeeinrichtung eine Chance, über sich hinauszuwachsen. „Wenn man sich darauf einlässt und auch ein bisschen die eigene Komfortzone verlässt, dann kann man aus der Arbeit hier sehr viel mitnehmen.“ Beim Austausch mit den Bewohnern könnten die Freiwilligen viel über andere Kulturen lernen oder sogar ihre Fremdsprachenkenntnisse erweitern:

„Man muss natürlich ein bisschen flexibel sein. Aber es lohnt sich wirklich, hier mit offenen Ohren unterwegs zu sein und neue Perspektiven und Geschichten kennenzulernen.“

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