Digitalisierung Jugendrotkreuz

So bringt das Jugendrotkreuz den Jüngsten auch in der Corona-Pandemie das DRK näher

JRK im DRK Landesverband Brandenburg Corona-Pandemie

Das Jugendrotkreuz (JRK) in Brandenburg bringt Kinder und Jugendliche zusammen. Dort lernen sie auf spielerische Weise Erste Hilfe und haben jede Menge Spaß. Seit März 2020 hat sich das Miteinander pandemiebedingt ins Internet verlagert. Ein Gespräch mit der JRK-Landesleitung über Jugendverbandsarbeit während der Corona-Pandemie.

Wie beeinflusst die Corona-Pandemie die Arbeit des Jugendrotkreuzes in Brandenburg?

Korinna Freidank (stellv. Landesleiterin): Die Corona-Krise erschwert unsere Arbeit, da viele Präsenzveranstaltungen nicht möglich sind und es über das Internet schwerer ist, die Kinder und Jugendlichen zu erreichen, sie zum Mitmachen zu animieren. Gerade dann, wenn sie schon ihre Schulaufgaben am Computer machen, wird es schwierig. Denn das JRK und unsere Treffen waren eben immer nicht wie Schule. Und nun aber schon, wenn Schulunterricht und Jugendrotkreuz zuhause stattfinden.

Daniel Kühne (Landesleiter): So praktisch Online-Veranstaltungen auch sein können: Wir können digital deutlich weniger praktisch mit den Kindern und Jugendlichen arbeiten. Gleichzeitig wollen wir ihnen aber auch Wissen im Bereich Erste Hilfe vermitteln und dass sie Spaß haben. Dadurch, dass unsere Veranstaltungen nun zwangsläufig theoretischer sind, brauchen manche Kinder und Jugendliche technische Unterstützung der Eltern am PC oder für unsere praktischen Übungen, zum Beispiel beim Anlegen eines Verbands.

Gleichzeitig sorgen technische Anforderungen dafür, dass manche Kinder und Jugendliche nicht teilnehmen können. Nicht jede Familie in Brandenburg kann sich einen Computer oder Laptop leisten und verfügt über einen Internetanschluss. Zumal das Internet in manchen Teilen des Landes so instabil ist, dass sie die Veranstaltungen gar nicht problemlos verfolgen können. Was uns aufgefallen ist: Je jünger unsere Jugendrotkreuzlerinnen und Jugendrotkreuzler, desto geringer das Interesse an digitalen Angeboten.

Jugendrotkreuz Backen Digital Corona-Pandemie
Mit dem Backblech vor der Laptopkamera: Im Dezember 2020 haben Jugendrotkreuzlerinnen und Jugendkreuzler eine digitale Backaktion umgesetzt. (Foto: JRK im DRK-Landesverband Brandenburg)

Wie habt ihr versucht, die Kinder und Jugendlichen im Lockdown zu erreichen, Veranstaltungen mit ihnen durchzuführen?

Denise Senger (Referentin JRK im DRK-Landesverband Brandenburg): Wir haben uns zu Beginn der Pandemie verschiedene Dinge überlegt und umgesetzt. So haben wir uns regelmäßig mit allen Kreis- und Gruppenleitenden aus dem JRK im Landesverband Brandenburg online ausgetauscht. Dabei ging es vor allem darum, abzuklopfen, wie es jedem Einzelnen geht, wie die Stimmung in den JRK-Gruppen ist und ob sie in irgendeiner Form Unterstützung brauchen, wir irgendwie helfen können.

Constanze Mücke (stellv. Landesleiterin): Die Treffen waren anfangs auch gut besucht und hatten einen echten Mehrwert für alle, es war ein schöner Austausch. Doch mit der Zeit nahmen immer weniger teil. Ich glaube, es hat viele demotiviert, dass Veranstaltungen wie der 30. JRK-Landeswettbewerb oder das JRK-Kidscamp als Präsenzveranstaltungen ausgefallen sind, auf die schon so einige hingefiebert hatten.

Daniel Kühne: Trotzdem – eben weil es so eine schwierige Zeit auch für die Kinder und Jugendlichen ist – war es uns wichtig, sie zu unterstützen, immer weiterzumachen und bestmöglich Kontakt zu halten. Ich fand zum Beispiel unsere Postkartenaktion total gelungen.

Was hat es mit der Aktion auf sich?

Daniel Kühne: Kinder und Jugendliche aus unseren JRK-Gruppen haben entweder Regenbogenbilder gemalt oder weiße Karten frei gestaltet, die dann als Mutmacher an Seniorenheime gingen. Die Aktion kam so gut an, dass wir das gleiche nochmal mit Dankeskarten an Corona-Heldinnen und Helden gemacht haben.

Korinna Freidank: Die Videokonferenz zum Weltrotkreuztag in 2020 war auch super, als wir in der Gruppe online dem Rotkreuzgründer Henry Dunant ein Ständchen zum Geburtstag gesungen haben. Für die digitale Geburtstagsfeier hatten viele auch Henry-Dunant-Masken vorbereitet. Das war einfach schön zu sehen, mit wie viel Spaß alle bei der Sache waren.

Dankeskarten-Corona-Helden-Jugendrotkreuz-Brandenburg
Im Sommer 2020 gestalteten die Kinder und Jugendlichen aus dem Jugendrotkreuz in Brandenburg Mutmacher-Karten für Seniorinnen und Senioren sowie Dankeskarten für Corona-Heldinnen und Helden. (Foto: Jugendrotkreuz Niederlausitz)

Gibt es eine Online-Veranstaltung, die besonders in Erinnerung geblieben ist, besonders gut ankam?

Gitta Sbresny (Bildungsreferentin JRK im DRK-Landesverband Brandenburg): Unser Online-Quizabend im November 2020 war klasse, an dem mehr als 100 Jugendrotkreuzlerinnen und Jugendrotkreuzler aus neun Landesverbänden aus ganz Deutschland teilgenommen haben. Dafür haben wir über die Landesgrenzen hinweg jede Menge positives Feedback bekommen.

Constanze Mücke: Unsere Online-Back-Aktion zu Weihnachten kam auch gut an. Dort hatten wir Päckchen mit Teig für Vanillekipferl zusammen mit JRK-Stoffmasken, Schokolade und Ausstechförmchen verschickt und dann zusammen gebacken. Nebenbei haben wir erzählt, uns eine schöne Zeit und Mut gemacht.

JRK Quizabend Corona-Pandemie
Der Quizabend des JRK im Landesverband Brandenburg war ein voller Erfolg. ((Foto: JRK im DRK-Landesverband Brandenburg)

Wie habt ihr das Jahr 2021 im Jugendrotkreuz in Brandenburg trotz anhaltender Corona-Pandemie geplant?

Gitta Sbresny: Wir haben einen groben Fahrplan entwickelt und diesen unseren Mitgliedern zur Abstimmung gestellt. Alle konnten mitentscheiden, was wir in diesem Jahr machen, unsere Ideen bewerten und kommentieren. Uns war es wichtig, zu fragen: Was wollen wir machen, was fehlt? Natürlich waren Präsenzveranstaltungen ein Wunsch, den so einige geäußert haben. Es ist eben etwas Anderes, von zuhause das JRK zu erleben oder an einem Ort miteinander aktiv zu sein.

Daniel Kühne: Aufgrund der Corona-Pandemie planen wir weiter zweigleisig: Einerseits – trotz einer gewissen Online-Müdigkeit – weiter mit Online-Veranstaltungen, aber andererseits auch mit Präsenzveranstaltungen. Vor allem den JRK-Landeswettbewerb im September in Ludwigsfelde würden wir – wenn es möglich ist – sehr gerne in Präsenz durchführen. Auch, damit wir die Jüngeren ins Jugendrotkreuz zurückholen, die in der Corona-Pandemie nicht an Online-Veranstaltungen von uns teilgenommen haben, nicht teilnehmen konnten. Außerdem bereiten wir auch die neue JRK-Kampagne „Jugendbeteiligung und Kinderrechte“ vor.

Die Kampagne, die seit September 2020 feststeht, startet 2022 offiziell. Warum ist das Thema der neuen Kampagne so wichtig?

Daniel Kühne: Wir wollen zeigen, warum es so wichtig ist, sich als Kind und Jugendlicher zu beteiligen. Auch, um zu erfahren, welches Jugendrotkreuz sie sich wünschen, wie das JRK im Landesverband Brandenburg in den kommenden Jahren und Jahrzehnten gestaltet sein soll. Gleichzeitig ist das Thema Beteiligung eine schöne Möglichkeit, Demokratie zu erleben. Kinder und Jugendliche können herausfinden, wie es ist, ihre Meinung zu teilen und sich über Meinungen austauschen. Das ist nicht nur aufgrund der Bundestagswahl am 26. September 2021, sondern generell ein äußerst wichtiges Thema.

Wir sehen das Thema der Kampagne als Chance. Durch die Corona-Pandemie kommt die Kampagne genau zum richtigen Zeitpunkt: Wir können gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen überlegen, wie wir unsere Angebote im Jugendrotkreuz Brandenburg noch weiter ausbauen und weiterentwickeln, diese somit noch mehr an den Ideen, Wünschen und Vorstellungen der Jugendrotkreuzlerinnen und -rotkreuzler orientieren.

  • Weitere Informationen zur Arbeit des Jugendrotkreuz‘ im DRK-Landesverband Brandenburg gibt es unter jrk-brandenburg.de.
  • Über aktuelle Aktionen informiert die AG Öffentlichkeitsarbeit des JRK im Landesverband Brandenburg außerdem regelmäßig auf Facebook und Instagram.

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